Mittwoch, 10. Januar 2007
Beichten ist en vogue! Und zwar nicht nur im umgangssprachlichen Sinne! So das Fazit des Artikels “Der Drang zur Bekenntnis” in Telepolis vom 31.12.2006.
Recht ansprechend und mit statistischen Daten untermauert wird ein Bogen von der “Promibeichte als Bußspektakel” bis zu neuen Formen von Online-”Beichten” auch im christlich-religiösen Sinne (einschließlich der theologischen Probleme der Beichte als Sakrament) gespannt.
Erwähnung findet unter anderem das Beicht-Portal Mysecret.tv des US-amerikanischen Predigers Craig Groeschel, aber (mit großem Schwerpunkt) auch deutsche Seelsorge-Seiten, wie beispielsweise die allseits bekannte virtuelle Kirche St. Bonifatius in funcity - mit 8 Jahren seit ihrer Gründung vermutlich einer der ältsten deutschen Online-Kirchen.
Bis auf wenige Theologismen ein sehr sehr guter Artikel!
Lesen lohnt sich!
Samstag, 6. Januar 2007
Aus einem Artikel auf der Webpräsenz von jesus.ch:
Oft hören wir in diesen Tagen von den „Heiligen drei Königen“. Drei Worte – drei Irrtümer. Erstens waren sie keine „Heiligen“, sondern Heiden. Zweitens ist nicht sicher, ob sie zu dritt kamen. Nach Matthäus könnten es ebenso gut zwei oder vier gewesen sein. Nur die Anzahl der Geschenke ist bekannt. Und drittens waren es keine Könige, sondern Gelehrte und Sterndeuter.
Äh … Ja.
(Für alle, die so unwissend sind, wie ich: es handelt sich um 1. Matthäus 2, 1-12.)
Der Stern hingegen bietet eine humorige (und überhaupt nicht den Zeitkontext berücksichtigende — jaja!) Spekulation darüber an, was wohl gewesen wäre, hätte es sich um 3 König*innen* gehandelt … (Download als Powerpoint-Datei. [150 kb])
Nee, ist klar jetzt …!
Samstag, 4. November 2006
Am 15. September lief in den USA ein Dokumentarfilm über die Erweckungspredigerin Becky Fischer und ihre Kirche an, der auch hierzulande für einigen Wirbel in der Presse gesorgt hat. “Jesus Camp” nimmt Fischer und das von ihr geleitete Kinderferienlager “Kids on Fire” in den Blick. - Und zwar (nach eigenen Angaben) vor und hinter den Kulissen.

Becky Fischer stammt aus North Dakota und gehört der Pfingstbewegung an, arbeitet seit 1991 Jahre als Jugendpredigerin und gründete schließlich “Kids in Ministry International” (“Redefining Children´s Ministry in the 21st Century”) mit dem Ziel, Jugendlich zum Glauben zu bekehren - und zu “spiritual warfare” . Weiterlesen?
Dienstag, 31. Oktober 2006
“Hallo Luther” statt Halloween! - So lautet die Initiative der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover zum “Geburtstag der evangelischen Kirche”.
Der Reformationstag (obgleich Feiertag in dem ein oder anderen Bundesland) führt gegenüber Halloween ja eher ein “Dornröschen-Dasein” (oder hieß es “Schneewittchen-Dasein”? - Egal. Erstere schlief, zweitere wurde vernachlässigt, passt beides …). Und das soll mittels einer “Sammlung von Gedanken und Material rund um den Reformationstag” (so der Text auf der Eingangsseite von “Hallo Luther”) geändert werden.
Die Webpräsenz scheint sich in Inhalt und Aufmachung vor allem an kirchliche Stellen zu richten, die mit der Organisation von Gottesdiensten und anderen kirchlichen “Events” betraut sind. - Und ist (deshalb?) alles in allem recht bieder. Das Originellste an der Seite ist der gute Martin in der Navigationsleiste, der zwischendurch mal zwinkert … (Und ob das wirklich witzig ist — darüber kann man streiten …) Weiterlesen?
Donnerstag, 26. Oktober 2006
… die “Bibel in gerechter Sprache” ist da!
Fünf Jahre lang arbeiteten 42 Frauen und 10 Männern daran, die Bibel “weiblicher” und “jüdischer” zu machen, so berichtet die Online-Ausgabe des Spiegel vom 25. Oktober. Das Werk erschien kürzlich im Gütersloher Verlagshaus (und mir ist auch so, als hätte ich kürzlich einen Werbeflyer dafür in der Hand gehabt). Dort gibt es auch einen Zusatzband, der die Grundlagen der Neuübersetzung klärt.
Die Frage, ob die Bibel durch die Neuübersetzung und -interpretation auch (sozial- und kulturhistorisch) “korrekter” wird, beantwortet die Mitherausgeberin Claudia Janssen, PD und theologische Referentin der Evangelischen Frauenarbeit in Frankfurt, wie folgt:
Wir haben die historische Beweislast umgekehrt. Wir schreiben nur an den Stellen die maskuline Form, an denen definitiv beweisbar ist, dass Frauen nicht anwesend waren. Frauen waren damals in allen Bereichen der Gesellschaft vertreten, wie sozialgeschichtliche Zeugnisse zeigen. In alten Kaufverträgen zum Beispiel tauchen immer wieder Handwerkerinnen auf. 95 Prozent der Gesellschaft waren schlichtweg zu arm, um eine Rollenverteilung zu leben, in der die Frau aufs Private reduziert wurde. Wir dürfen uns da nicht von Cicero und anderer Literatur der antiken Oberschicht täuschen lassen.
Aha. Weiterlesen?
Montag, 23. Oktober 2006
Irgendwelche IPodianer unter uns?
Bekanntermaßen hat das gerade 5 Jahre alt gewordenen Trend-Accessoire nicht nur den maroden Apple-Konzern saniert und ist zurm Walkman des frühen 21. Jh. - seit kurzem kann man ihn sogar als Reiseführer, Personal Trainer und Getränkelexikon benutzen. Und auch die gesamte(?) Wikipedia-Enzyklopädie hat angeblich darauf Platz.
Ganz neu ist der IPod auch (im Wortsinne) als Medium zur Religionsausübung zu gebrauchen. - Der “Biblepod” ist geboren. So auch der Name der entsprechenden Software, die man - laut einem Spiegel-Artikel vom 21. Oktober - sich bei Bibleplayer.com herunterladen kann. Wahlweise kann man die “heilige Schrift” dann selber lesen - oder vorlesen lassen. Natürlich gibt´s das ganze analog auch für den Koran …
Es kann kein Zufall sein, dass der iPod schon in seiner ersten Ausführung ganz in unschuldigem Weiß gehalten war. Man stelle sich vor, Papst Benedikt tritt im Vatikan an den Balkon, verliest die heiligen Worte und sein Nuntius bedient das Click-Wheel (…)
Na, das ist doch trendy. Oder?
Donnerstag, 19. Oktober 2006
Und wieder eine “Stilblüte” bei der News-Suche (Stichwort “Religion”) unter Google. (Die sollten wirklich mal ihr Suchparameter überprüfen!!!):
Eine dramatische(!) Meldung der evangelischen Nachrichtenagentur idea e.V. über eine “Antichristliche Aktion an der Universität Dresden” - und weil sie so “schön” ist, hier in voller Länge:
Dresden (idea) – Zu einer antichristlichen Aktion ist es an der Universität Dresden gekommen. Ziel war ein Projekt der Evangelischen Studentengemeinde (ESG), mit dem sie Menschen „ins Gespräch über Gott und die Welt bringen möchte“, wie Studentenpfarrer Michael Leonhardi gegenüber idea sagte. Dazu wurde im Hörsaalgebäude der Technischen Universität (TU) eine Schriftrolle aufgestellt. Auf ihr sollte jede Woche bis zum Ende des Semesters ein anderes Zitat bekannter Persönlichkeiten zum Verhältnis von Vernunft und Religion zu lesen sein. Doch nach zwei Tagen war die Schriftrolle gestohlen. Die Studentengemeinde erhielt ein Bekennerschreiben von einer Gruppe, die sich „Deprivation Through Intelligence“ (Beraubung durch Intelligenz) nennt und sich als „militant“ bezeichnet. Das mitgelieferte Foto zeigt zwei vermummte junge Männer, die sich in der Pose von Selbstmordattentätern neben der gestohlenen Schriftrollen-Installation präsentieren.
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Donnerstag, 19. Oktober 2006
Das Geo Magazin widmet sich in seiner Ausgabe 06/06 in einem Artikel US-amerikanischer “Megachurches”, der auch online verfügbar ist: “Im Großeinsatz für Gott”. Wie gewohnt mit eindrucksvollen Bildern.
“Megakirchen” sind nach Definition von Geo US-amerikanische Glaubensgemeinschaften, in deren Gotteshäusern sich am Wochenende mehr als 2000 Gläubige, teilweise - wie im Falle der Saddleback Church in Kalifornien, jedoch bis zu 30.000 Personen versammeln. Doch nicht nur die Größe erstaunt.
Innerhalb von nur 20 Jahren sind die neuen Gemeinden von einem Randphänomen zur bestimmenden Kraft des religiösen Lebens in den USA geworden - und zu einem gesellschaftlichen Machtfaktor. Gab es 1980 gerade mal 50 Großkirchen, so sind es heute rund 1200; die Zahl ihrer Anhänger hat sich von einigen 100.000 auf acht bis zwölf Millionen vervielfacht. Und diese Millionen bilden das Rückgrat der evangelikalen Bewegung, der sich rund ein Drittel aller US-Amerikaner zugehörig fühlen.

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Samstag, 14. Oktober 2006
Darum siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die mein Wort stehlen einer vom andern.
(Jeremia 23,30)*
Plagiate bei Schul- oder Uniarbeiten, Artikeln, Romanen, … Alles schon da gewesen. Nun wird der lockere Umgang mit der “neuen Kulturtechnik Copy & Paste” auch in geistliche Höhen getragen: Telepolis vom 23. September berichtet über “Plagiatspredigten”.
*Ironie ON*
Vornehmlich für diejenigen Christen, die in der Bibel das Wort Gottes sehen, das möglichst buchstabengetreu verstanden und umgesetzt werden muss, sollten eigentlich keine besonderen Schwierigkeiten damit haben, wenn Pfarrer in ihren Predigten nicht immer nur aus der Bibel zitieren, sondern auch auf die Predigten oder Texte anderer zurückgreifen, um das Intendierte besser auszudrücken oder es zumindest schneller fabrizieren zu können.
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Mittwoch, 11. Oktober 2006
Es scheint doch zu stimmen, das Vorurteil, Amerikaner hätten kaum Bargeld in der Tasche und zahlten lieber auch ein Päckchen Kaugummi mit der Kreditkarte. Das bekommen offenbar auch die Kirchen zu spüren, deren Klingelbeutel immer öfter leer bleiben. - Aufgrund akutem Bargeld-Mangels.
Nur Konsequent ist daher der Vorstoß des US-Pfarrers Marty Baker, elektronische Spendenautomaten in seiner Kirche aufzustellen. Kreditkarte in den Schlitz, Geheimzahl eingeben — und schon hat der Kirchgänger sein sonntägliches Schärflein geleistet, so berichtet der Spiegel online vom 1. Oktober. Weiterlesen?