Donnerstag, 22. März 2007

Scharia in Deutschland?

… Es ging ja durch alle Zeitungen: Eine Richterin am Familiengericht Frankfurt / Main soll bei einem Urteilsspruch in einem Scheidungsverfahren den Koran hinzugezogen und auf das dort niedergelegte Züchtigungsrecht der Frau rekurriert haben.

Wie bitte?
Scharia in Deutschland?
Was wollen wir eigentlich?
“Multikulti” und “Jedem das Seine” oder deutsche “Leitkultur”?

In den Entrütsungsstürm ging völlig unter, wer jetzt genau was gesagt und getan hat und warum. Wohltuend deshalb der Artikel “Koran-Alarm in Deutschland” in der Süddeutschen vom 22.03., der versucht, ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen.

Schon die Rechtsansicht der Richterin war falsch; und der Koran hatte in ihrem Verfahren nichts zu suchen. Aber noch viel falscher ist ein Teil der Berichterstattung über den Fall: Die Richterin hat kein Urteil gefällt. Und sie hat mitnichten geduldet, dass der marokkanische Ehemann seine Frau prügelt. Sie hat auch nicht ein eheliches Züchtigungsrecht gebilligt. Das ist alles Unsinn.

Auch schön folgender Absatz aus dem Zeit-Weblog Jörglau vom 21.03.:

Kulturelle Sensibilität ist eine tolle Sache. Völlig zu Recht wird immer wieder gefordert, interkulturelle Kompetenz gehöre in einer Einwanderungsgesellschaft zum guten Ton. Aber die Rücksichtnahme auf (echte oder vermeintliche) kulturelle Besonderheiten kann sich auch als eine besonders subtile Form von Diskriminierung erweisen.

Das schreiben wir uns jetzt alle *genau so* hinter die Ohren.
Und besagte Richterin schreibt es am besten gleich 100x als kleine Strafarbeit …

» Abgelegt unter Presse, Islam von omsein um 17:19.

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